Informationen zur Psychotherapieausbildung
Am 01.01.2025 ist das neue Psychotherapiegesetz in Kraft getreten (ausgenommen davon die Regelung für die Akademisierung, die mit 01.10.2026 in Kraft tritt).
Die Ausbildung kann entweder nach dem Psychotherapiegesetz 2024 in drei-teiliger Form absolviert werden oder innerhalb der Übergangfristen nach dem Psychotherapiegesetz 1990.
Im Jahr 2026 bieten wir einen Lehrgang nach PthG 1990 an. Eine Ausbildung nach PthG 2024 ist in Planung.
Eine umfangreiche Fragensammlung zum neuen Psychotherapiegesetz finden Sie auf der Seite des ÖBVP.
Ausbildung nach Psychotherapiegesetz 1990 im Rahmen der Übergangsregelung
- Psychotherapeutisches Propädeutikum
- spätest möglicher Abschluss 30.09.2030
- Voraussetzung: Matura oder Studienberechtigungsprüfung
- Psychotherapeutisches Fachspezifikum
- Beginn spätestens 01.10.2030, Abschluss spätestens 30.09.2038
- Voraussetzung: abgeschlossenes Propädeutikum, Handlungsfähigkeit
Ausbildung nach Psychotherapiegesetz 2024
- Bachelorstudium (180 ECTS)
- Masterstudium Psychotherapie (120 ECTS)
- Postgradueller Abschnitt (mind. 82 ECTS, schulspezifische Ausrichtung)
- staatliche kommissionelle Psychotherapeutische Approbationsprüfung
Neuro-Linguistische Psychotherapie – NLPt
Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt) ist eine systemisch-imaginative Psychotherapiemethode mit integrativ-kognitivem Ansatz.
Im Zentrum der Neuro-Linguistischen Psychotherapie (NLPt) steht die zielorentierte Arbeit unter besonderer Berücksichtigung von Repräsentationssystemen, Metaphern und Beziehungsmatrizen der Person.
Die verbale und analoge Ausprägung und Integration der Lebensäußerungen und Informationsprozesse nimmt gleichermaßen viel Raum in der therapeutischen Arbeit ein.
Ziel der Methode ist es, Menschen beim Erreichen ökologisch verträglicher Ziele zu begleiten und zu unterstützen und die den Krankheitssymptomen zugrundeliegenden subjektiv guten Absichten innerlich durch Wertschätzung so zu positionieren, daß alte Fixierungen an inneres und äußeres unproduktives Verhalten und Einstellungen gelöst und neues subjektiv und intersubjektiv gesundes Verhalten und Einstellungen daraus resultieren können.
NLPt ist mit einem einzel-, paar- oder gruppentherapeutischen Setting verknüpft. Im Rahmen des psychotherapeutischen Arbeitsvertrages, eines schützenden Raumes und der Schweigepflicht steht das Ziel der Erreichung von Gesundungszielen von Personen im Vordergrund.
Die Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt) basiert auf fünf historisch zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstandenen, einander ergänzenden Theorien und einer aus dem Modellierprozeß resultierenden Grundannahme:
- Die Kybernetik der Theorie des Geistes von Gregory Bateson, insbesondere der logischen Ebenen des Lernens und der Unified Field Theory als Weiterentwicklung (Robert Dilts).
- Die sozial-kognitive Lerntheorie von Albert Bandura mit dem von Bandler und Grinder praktisch weiterentwickelten Modelling-Ansatz.
- Die Transformationsgrammatik von Noam Chomsky und die darauf aufbauenden und unter dem Einfluß der Postulate von Alfred Korzybski und Glasersfeld durch Bandler und Grinder weiterentwickelten Modelle der Sprache (Metamodell und Miltonmodell).
- Die Annahme einer grundsätzlichen Zielorientierung menschlichen Handelns (Pribram, Galanter, Miller, TOTE, 1960).
- Die auf William James zurückgehende Theorie der sinnesspezifischen Repräsentationssysteme als Grundbausteine der Informationsverarbeitung und des subjektiven Erlebens.
- Die aus der Praxis des Modellierens von Perls, Satir und Erickson resultierende Grundannahme der Existenz funktionalautonomer Persönlichkeitsanteile mit bewußten und unbewußten Prozeßkomponenten.
Auf der Basis dieser Theorien und Annahmen sowie den generativ angelegten Modellieransätzen wird die NLPt regelmäßig durch Konzepte aus der Praxis erweitert.
Aufnahmephase
- 1
NLP-Einführungsseminar (Aufnahmeseminar 1, Kennenlernen der Methode)
- 2
NLP-Intensiv- und Auswahlseminar inkl. ersten Aufnahmgespräch (Aufnahmeseminar 2)
- 3
Zusendung eines aktuellen Lebenslaufes und Motivationsschreibens
- 4
Aufnahmegespräch 2 + 3 mit Lehrtherapeut:innen des Ausbildungsteams (kostenpflichtig)
- 5
Entscheidung der Ausbildungskommission über die Aufnahme in die Ausbildung und Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages
Die Aufnahmephase kann schon während des Propädeutikums absolviert werden.
Die Lehrpersonen für die Aufnahmegespräche 2 und 3 sind frei wählbar aus dem Lehrtherapeut:innen-Team.
Nächster Lehrgangsstart nach PthG 1990 gemäß Übergangsbestimmungen
Unser nächster Ausbildungs-Lehrgang startet am 17. April 2026.
Bei Propädeutikums-Abschlussprüfung nach dem Lehrgangsstart ist bis zum Abschluss des Propädeutikums die Teilnahme als Gasthörender im Fachspezifikum nach Maßgabe freier Plätze nach Rücksprache möglich. Voraussetzung: erfolgreiche Absolvierung der Aufnahmeseminare und Aufnahmeinterviews sowie Zustimmung der Ausbildungskommission.
| Kosten Aufnahmephase | |
| Einführungs- und Auswahlseminar (56 EH) 2 Auswahlgespräche je € 80,- (zahlbar an die/den jeweilige/n Therapeutin/en | € 919,- |
| Kosten Fachspezifikum Lehrgang April 2026 | |
| Theorie und Methodik Seminare (524 EH) inkl. Anmelde- und Organisationsgebühren | € 12.232,- |
| Gruppenselbsterfahrung (170 EH) | € 2.700,- |
| Praktikumssupervision in der Kleingruppe (30 EH) | € 840,- |
| Gruppensupervision (Kleingruppe) der psychotherapeutischen Tätigkeit (120 EH) | € 3.360,- |
| Gesamtkosten | € 20.052,- |
Kosten auf 4 Jahre verteilt jeweils im Voraus zu bezahlen pro Jahr
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| Selbst zu organisierende Ausbildungsteile | |
| Einzelselbsterfahrung, Lehrtherapie ca. € 100,-/EH (80 EH) * | € 8.000,- |
| Betreuung Abschlussarbeit * | € 500,- |
| * Kosten abhängig von der jeweiligen Therapeutin/vom jeweiligen Therapeut bzw. Betreuer/in der Diplomarbeit |
Lehrgangsbeschreibung (nach PthG 1990 gemäß Übergangsbestimmungen)
Die fachspezifische Ausbildung findet in drei Ausbildungsabschnitten statt, die jeweils systemische Theorie, Methodik, Selbsterfahrung, systemische Konzeption und Supervision enthalten.
Die Dauer der Ausbildung beträgt in der Regel vier Jahre (je nach individueller Zeitgestaltung und möglicher Anrechnungen auch kürzer).
Der Theorieteil der Ausbildung findet im Regelfall im Rahmen von Blockveranstaltungen zu drei oder vier Tagen (Donnerstag oder Freitag bis Sonntag) statt.
Maximal-Teilnehmendenzahl: 15
Theoretischer Teil
Praktischer Teil
Anrechnungsmöglichkeiten
Anrechnungen sind entsprechend dem Psychotherapiegesetz (1990 bzw. 2024) möglich.
Prinzipiell müssen anzurechnende Inhalte in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Ausbildung absolviert worden sein und gleichwertig zu Inhalten des Fachspezifikums sein. Das Praktikum wird nur ab dem Zeitpunkt des Propädeutikum-Abschlusses angerechnet.
Lehrtherapeut:innen des Kurses (Start April 2026)
Lernmethoden
Vortrag mit und ohne Präsentation, Demo-Intervention mit anschl. Diskussion, Rollenspiele/Simulationen, Gruppendiskurs, Trancen, Metaphern und Metapherkonstruktion, Peergroup-Video Beobachtung und Analyse (VuF – Video und Feedback), 3er-Gruppenaufgaben theoretisch und praktisch, Cartoons zeichnen zur didaktischen Vorbereitung von Übungen, Gruppendynamische Übungen, Teamorganisationsaufgaben mit Reflexion, Einzel- und Gruppensupervision, Entwicklung von Kabarets über Lernprozesse, Kreative Darstellung von Lernprozessen, Bewertung von Simulationen, Metaphernübung in der Natur, Tranceübung in der Gruppe, Trance mit Musik, Aufstellungsarbeit
Ziele des Lehrgangs
Erwerb der Kompetenz zur Führung der Berufsbezeichnung “Psychotherapeutin” bzw. “Psychotherapeut”
Die/der NLP-Psychotherapeut*in verfügt über eine Ausbildung, die sie/ihn befähigt, mit Hilfe der therapeutischen Grundhaltung, Modelle und Techniken der NLPt therapeutische Wirkung auf Einzelpersonen, Paare und Gruppen auszuüben, die ihm zur Behandlung anvertraut sind. Dies sowohl im Rahmen von kontextorientierter und systemisch strategischer Kurzpsychotherapie als auch bei längerfristiger therapeutischer Behandlung.
Sie/er ist mit dem Wesen der zu behandelnden Phänomene (Krankheit, Störungen) vertraut und kann die Auswirkungen von therapeutischen Maßnahmen und Interventionen einschätzen, so dass sie/er Gefährdungen der Klientin/des Klienten erkennen und ausgleichen, sowie ihnen therapeutische Zielrichtung geben kann.
Lernmaterialien
Bei Online-Seminaren erhalten Sie die Unterlagen in digitaler Form (während bzw. nach dem Seminar). Bei Live-Seminaren stellen wir Ihnen die Unterlagen in gedruckter Form, Papier und Stifte sowie eventuell weitere für das Modul notwendige Materialien zur Verfügung.
Abschluss
Voraussetzung für die Abschlussprüfung ist der positive Abschluss aller Teile/Lernschritte des Curriculums inkl. des Nachweises der praktischen Arbeit von 600 Patientensitzungen unter entsprechender Supervision.
Die Ausbildung schließt mit einer schriftlichen Abschlussarbeit und einer mündlichen kommissionellen Gesamtprüfung vor dem vom Ausbildungsauschuss nominierten Prüfungsgremium.
Die Abschlussarbeit hat zumindest zwei Monate vor der Abschlussprüfung vorzuliegen.
Nach erfolgreicher Absolvierung aller notwendigen Ausbildungsteile erhalten Sie ein Abschlusszertifikat mit dem die Eintragung in die Berufsliste des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz beantragt werden kann.
Die erfolgreiche Teilnahme an den einzelnen Modulen wird durch die Trainerin/den Trainer bzw. das Trainer:innenteam bewertet.








